The Doors wurden 1965 von Jim Morrison (voc), Ray Manzarek (p, org, voc), Robbie Krieger (g, voc) und John Densmore (dr, voc) in Los Angeles gegründet. Der Name der Band, die auf ausgefeilten Bluesimprovisationen "zum Mond schwimmen", ans "Ende der Stadt" eilen und "zur anderen Seite durchbrechen" wollte (so einige Songtexte), war literarischen Quellen entlehnt: erstens einem Satz des englischen Dichters William Blake ("There are things that are known and there are things that are unknown; in between there are doors", zweitens der Rauschmittel-Studie "The Doors of Perception" (deutsch: "Die Pforten der Wahrnehmung" von Aldous Huxley. Denn im Rausch, unter Meskalin, Methedrin und LSD, entwickelte das Quartett, zunächst für fünf Dollar pro Nacht, im Club London Fog am Sunset Boulevard von Los Angeles seinen Stil: lastende Orgelakkorde, langdauernde Filigransoli und Songtexte voller Todesträume, Schreckensvisionen und Zaubersymbole. 1969, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, kassierte die Band 120000 Dollar für ein Konzert im New Yorker Madison Square Garden und machte mit jeder LP Millionenumsätze. Kritiker Mike Jahn damals: "Ihre Bedeutung für die Jugend und ihre Musik wird nur von den Beatles übertroffen."

Wegen ihrer aggressiven, vielfach obszönen Bühnenschau wurden Doors-Konzerte in mehreren amerikanischen Bundesstaaten verboten und der Sänger Morrison wegen "Entblößung in der Öffentlichkeit" arretiert. Im März 1969 veranstaltete eine "Liga für den Anstand" eine Anti-Doors-Demonstration in Miami, an der sich 30000 Bürger beteiligten. Das stärkte die Reputation der Gruppe im Underground. Nach Morrisons Tod am 3. Juli 1971 arbeiteten seine Mitmusiker im Plattenstudio und im Konzertsaal als Trio - mit erheblich geringerem Erfolg. 1971 erschien das Trio-Album Other Voices, 1972
Full Circle. Eine Greatest Hits-Collection der alten Doors erschien 1972 unter dem Titel Weird Scenes Inside The Gold Mine, erreichte Platz 55 in den US-Charts und wurde vergoldet. Krieger, am 8. Januar 1946, und Densmore, am 1. Dezember 1945, beide in Los Angeles, geboren, gründeten schließlich die Butts Band. Manzarek, geboren am 12. Februar 1935 in Chicago, ging als Chef eines eigenen Ensembles Solo-Wege. Mit dem Album The Golden Scarab konnte Manzarek den alten Doors-Sound brillant wiederbeleben und in Jazz-Richtung weiterentwickeln; Tony Williams (dr), Larry Carlton (g), Jerry Scheff (bg) halfen ihm dabei. 1983 war er Partner des Komponisten Philip Glass bei einer Rock-Bearbeitung von Carl Orffs Carmina Burana. 1977 taten sich die überlebenden Doors noch einmal zusammen, um Poesie zu vertonen, die Jim Morrison an seinem letzten Geburtstag auf Band gesprochen hatte. Die Studioarbeit an An American Prayer (1978) dauerte achtzehn Monate, erhielt aber als "Grabschändung" (Paul Rothchild) überwiegend negative Rezensionen. 1980, als die Morrison-Biographie "No One Here Gets Out Alive" von Danny Sugerman und Jerry Hopkins erschien, wurden mehr Doors-LPs verkauft als jemals zuvor. "Rolling Stone" schlagzeilte auf dem Cover: "Er ist heiß, er ist sexy, er ist tot." Von 1983 an bemächtigte sich MTV der Legende und transportierte Doors-Videos in die nachfolgenden Fan-Generationen. 1990 wurde Jim Morrisons graffitibesprühter Granit-Grabstein vom Pariser Père-Lachaise-Friedhof geklaut. 1991 brachte Oliver Stone den Doors-Mythos mit Val Kilmer als Morrison in die Kinos. 1993 stellte Robbie Kriegers Sohn Waylon Krieger (g), zu dieser Zeit 19, auf dem Label Bloodline das Trio SBK vor, zu dem er sich mit zwei Sprößlingen berühmter Väter zusammengetan hatte: Berry Oakley Jr., Sohn des Allman Brothers-Bassisten, spielte Baß, Erin Davis, Sohn des Trompeters Miles Davis, war am Schlagzeug. Als die drei Ex-Doors auf einer Pressekonferenz in Beverly Hills im Sommer 1997 vier CDs mit großenteils unveröffentlichten Archivaufnahmen im The Doors Box Set präsentierten, erklärte Manzarek: "Die Gegenwart ist doch entsetzlich. Wir leben in genau dem zynischen Alptraum, vor dem wir in den Sechzigern immer gewarnt hatten."

Dann zitierte er Tom Wolfe: "Die Naivität anzunehmen, das Unmögliche könne geschehen, hat die Sixties überhaupt erst möglich gemacht."

Manzarek schloß: "Und Naivität ist besser als gar kein Traum." Sprach's und begab sich 1999 zum Piano, um (mangels besserer Poesie) für das Label Ozit die Lyrik des Brit-Poeten Darryl Reed zu begleiten. Morrison fehlte. Eines seiner Gedichte, "The Celebration of the Lizard", wurde am 4. Februar 1998 bei Christie's in New York für 40000 Dollar versteigert. Im Jahr 2000 machte sich der clevere Klassik-Geiger Nigel Kennedy über das Doors-Œuvre her. Für sein Album Riders On The Storm - The Doors Concerto (Decca) ließ er sich Stücke wie Hello, I Love You, Spanish Caravan vom Grunge-Musiker Jaz Coleman (Nirvana, Pearl Jam) für Streicher arrangieren. Ende 2002 ging ein Torso der Doors unter dem bewährten Logo endlich wieder selbst auf Tour. Manzarek und Krieger ließen sich von Angelo Barbera aus Kriegers Tour-Band am Schlagzeug begleiten. Statt neues Material zu präsentieren, schwelgte man ausschließlich in der Vergangenheit und kündigte ein Comeback mit einem bekannten Sänger an.