Liverpool, einst größte britische Hafenstadt, verliert Mitte des 20. Jahrhunderts, mit dem Zusammenbruch des Commonwealth, an Bedeutung und somit steht die Zukunft der liverpooler Jugend auf wackligen Füßen. Aus Langeweile und ein wenig Protest gegen die Erwachsenenwelt beginnen sich die Jugendlichen, besonders in und um Liverpool, für Fußball und Musik zu interessieren.
Fußball ist in der Arbeiterstadt Tradition, und die neuste Musik bringen die Seefahrer aus den USA nach Nordengland. So bekommen die jungen Leute dort ein erstes Medienphänomen mit: Elvis Presley
.
Er gilt bei der älteren Generation wegen seinen aufregenden Hüftschwüngen als schockierend, doch die Teens fahren voll drauf ab. Alle Jungs wollen ihm nacheifern um bei den Mädchen gut anzukommen. Explosionsartig gründen sich hunderte von Bands, die alle meist mehr schlecht als recht
ihre Instrumente beherrschen.

Die neuen Bands spielen Rock `n Roll und Mersey Beat. Eine dieser vielen Bands nennt sich Quarry Men
und kursiert um einen leicht eigenartigen Typen namens John Lennon.
Nach einem Auftritt seiner Band bei einem Stadtteilfest lernt John (den damals 17jährigen) Paul McCartney
kennen. Dieser spielt Lennon sein Lieblingslied so überzeugend auf der Gitarre vor, dass er promt in die Band aufgenommen wird. PAUL McCARTNEY bringt dann noch einen Jungen namens George Harrison (damals 14 Jahre alt) mit in die Gruppe, da dieser ein sehr fähiger Gitarrist zu sein scheint und schon sind drei der späteren Fab Four zusammen.
Nach wechselnden Namen treten sie als Beatles
gemeinsam mit Stuart Sutcliffe, einem Studienkollegen von John, zunächst in Liverpool und Umgebung auf. 1960 werden sie nach Hamburg, engagiert und komplettieren die Band vorerst mit dem Schlagzeuger Pete Best. Schnell werden sie zur bekanntesten Gruppe auf der Reeperbahn.
In Hamburg, lernen sie unter anderem auch Astrid, Kirchherr
kennen, eine Fotografin. Sie wird die Freundin von Stuart Sutcliffe und verpasst den Beatles ihren typischen Pilzkopf-Haarschnitt. Stuart entschließt sich bei Astrid, in Hamburg, zu bleiben und verlässt die Band. Vier weitere Reisen nach Hamburg, folgen, bei denen sie in den unterschiedlichsten Clubs auftreten. Die vielen, oft Stunden langen Auftritte bringen der Band die Routine und das nötige Durchstehvermögen für die bald beginnende atemlose Weltkarriere.

1961 machen sie ihre erste Schallplattenaufnahme als Begleitband des Sängers Tony Sheridan. Bald schon kehren sie nach England zurück und werden im Cavern Club in Liverpool die beliebteste Gruppe und ihre Fangemeinde wächst stetig. Brian Epstein, Besitzer eines Schallplattengeschäfts in Liverpool, wird durch die Nachfrage nach der Platte von Tony Sheridan und den Beatles
auf die Band aufmerksam.
Er sucht sie im Cavern Club auf und bietet sich als ihr Manager an.
Die Gruppe nimmt dankend an, und Brian verhilft ihnen Mitte 1962 zu ihrem ersten eigenen Plattenvertrag. George Martin
, Chef der EMI-Tochter Parlophone und ab diesem Zeitpunkt auch Produzent der Beatles, empfiehlt den Schlagzeuger zu wechseln. An dieser Stelle tritt Ringo Starr (eigentlich Richard Starkey) auf die Bildfläche, er wird der neue Drummer und komplettiert die Beatles endgültig.

Am 5. Oktober 1962 erscheint ihre erste Single Love Me DoParlophone.
Die zweite Single Please Please Me wird sofort zum Nummer-Eins-Hit. Die Beatles
-Bombe hat eingeschlagen, jeder nächste Song wird ohne großes Zögern zur Nummer Eins in den UK-Charts und bald auch in den gesamteuropäischen Charts. Die Beatles-Fangemeinde wächst zu unüberschaubaren Massen heran und es tritt etwas nie da gewesenes ein: die Beatlemania, eine absolute Massenhysterie ausgelöst von vier gerade noch unbekannten Jungs aus Liverpool.
Nach drei sehr erfolgreichen Langspielplatten kommt 1964 der erste Beatles
-Film, A Hard Day’s Night in die Kinos, ein Jahr später folgt der zweite Film Help!. 1965 beginnen sich die Beatles musikalisch und textlich zu verändern, sie entfernen sich von dem typischen Beat- und Rock ’n Roll-Klang und verpassen ihren Texten mehr Tiefgang. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie nicht zuletzt auch durch Drogen beeinflusst werden. Jedoch werden die Beatles langsam erwachsen und somit ihre Musik anspruchsvoll und auch innovativ.
Auf der Bühne ist ihre neue Musik nicht mehr umsetzbar, sowohl durch technische Schwierigkeiten als auch durch das viel zu laute Gekreisch ihrer unzählbaren Fans bei jedem Auftritt rund um die Welt. Und so treten sie am 29.August 1966 das letzte mal live auf der Bühne auf und beschließen nur noch im Studio zu arbeiten. 1967 veröffentlichen sie mit dem Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band einen Meilenstein in der Popmusikgeschichte.
Das Werk hat seinen ganz eigenen Klang, zum einen weil es wie ein Konzert konzipiert ist und zum anderen weil es mit vielen untypischen und exotischen Instrumenten, sowie komplizierten Aufnahmetechniken produziert wird.
Die Beatles
bedienen sich bei ihren Aufnahmen sogar eines großen klassischen Orchesters, das beweist ihre Experimentierfreudigkeit. Zu dieser Zeit plant die Band auch einen Zeichentrickfilm um ein kleines gelbes U-Boot, angelehnt an ihren erfolgreichen Song Yellow Submarine von 1966.
Doch das Projekt zieht sich in die Länge. Ein weiteres Projekt an dem sich die Beatles
beteiligen, ist eine Fernsehsendung die per Satellit in die ganze Welt übertragen wird. Ihr Beitrag wird das bald darauf als Hymne einer ganzen Generation gehandelte All You Need Is Love. Wieder landen sie einen Volltreffer, der zusätzlich noch eine Friedensbotschaft in sich trägt. Die Beatles begeben sich auf Anraten des sehr interessierten George Harrison nach Bangor (England) um dort ein „Selbstfindungsseminar“ des Gurus Maharishi Mahesh Yogi zu besuchen. Dort angekommen erfahren sie vom Tod ihres Managers Brian Epstein, der für sie immer eine Art Vaterfigur darstellte. Sie sind zutiefst bestürzt. Von nun an versuchen sie sich selbst zu managen und gründen die Firma Apple für all ihre Angelegenheiten. Weiterhin produzieren sie 1967 einen eigenen Fernsehfilm Magical Mystery Tour.

Der Film wird vom Publikum nicht sehr positiv aufgenommen, der Soundtrack dazu jedoch sehr gut.
Anfang 1968 kommt dann endlich der Film Yellow Submarine in die Kinos und wird von Publikum und Kritikern wieder gut aufgenommen. Von diesem sehr bunten Zeichentrickfilm wird auch die Mode der späten 60er-Jahre nicht unbeeinflusst bleiben. Doch die Beatles
bleiben in erster Linie Musiker und lassen es sich nicht nehmen an weiteren Alben zu arbeiten.

Jedoch bei den Arbeiten am White Album wird den Beatles
erstmalig klar, dass sie nicht immer einer Meinung sind was die Musik betrifft und so beginnen sie sich langsam aber sicher in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln.
Hinzu kommt bei den einzelnen der Wunsch nach einem geordneten Familienleben, und das lässt sich, wie sie bald bemerken werden, mit einer genauso zeitaufwendigen Band schlecht vereinbaren. Trotzdem arbeiten die Beatles
nach ihrem musikalisch sehr bunt gemischtem White Album an noch zwei weiteren Alben: Let It Be und Abbey Road. Doch nun wird entgültig klar, dass nicht alles ewig halten kann und die Band beschließt getrennte Wege zu gehen. 1969 erscheint dann das Album Abbey Road mit den letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles.

Am 10.April 1970 verkündet PAUL McCARTNEY
dann der Öffentlichkeit die Trennung der Gruppe und beendet damit vorerst die gemeinsame Erfolgslaufbahn der Beatles. Kurz danach erscheint ihre vor Abbey Road produzierte LP Let It Be als entgültiger Abschied vom Mythos Beatles.
Die vier Ex-Beatles
treten nun ihre mehr oder weniger erfolgreichen Solokarrieren an.
Dass die Beatles
nie wieder als Gruppe gemeinsam auftreten können wird den Fans am 8.Dezember 1980 schlagartig klar, als John Lennon (mit 40 Jahren) von einem verrückten Fan vor seinem Appartment in NewYork erschossen wird. 1995 jedoch beginnen Paul, George und Ringo an einem Projekt zu arbeiten, welches die Beatles gedanklich wieder zusammenführen soll.
Sie vervollständigen zwei Demoaufnahmen an denen John vor seinem Tod gearbeitet hat: Free As A Bird und Real Love.
Diese zwei Songs erscheinen, zusammen mit alten unveröffentlichten Tonbandaufnahmen der Beatles
, auf einem dreiteiligen Doppel-CD-Set. Zu diesem Projekt gehört auch eine 10stündige Videodokumentation und läuft insgesamt unter dem Namen Anthology und wird relativ unerwartet sehr erfolgreich.
Am 5. Oktober 2000 erscheint die erste Beatles
-eigene Biografie ebenfalls unter dem Namen Anthology und gibt die Geschichte sehr interessant verarbeitet wieder. Am 13. November 2000 kommt die vorerst letzte offizielle Beatles-Platte auf den Markt. Sie läuft unter dem schlichten Namen (oder besser gesagt der Nummer) 1. Sie beinhaltet 27 Nummer-Eins-Hits der Beatles und steht wochenlang an der Spitze der Album-Charts.
Diese Tatsache ist der perfekte Beweis dafür, dass die Beatles
auch heute noch top-aktuell sind.
Am 29.November 2001 stirbt George Harrison
(mit 58 Jahren) an den Folgen seiner jahrelangen Krebserkrankung. Mit dem Tod George Harrisons ist wohl end gültig klar geworden, dass es die Beatles nie wieder geben kann. Was zum Glück aber bleibt ist ihr riesiges, bewundernswertes Werk, welches außer der fabelhaften Musik auch noch viele andere Medien, wie zum Beispiel den Film, umfasst. Und nicht zuletzt bleibt auch die Erinnerung an eine stets zu Späßen aufgelegte Band, die eine gesamte Generation im Denken und Handeln beeinflusst hat.